Die Wirtschaft und der Trump-Effekt

Politik, Wirtscghaft und Stabilität an der Börse unter Trump

Die Börse liebt Stabilität. Doch von der ist in den vergangenen Jahren auf politischer Ebene nicht mehr viel zu spüren. Seit dem Brexit-Referendum 2016 vergeht kaum eine Woche ohne neue Schlagzeilen, die gravierende Schäden für ein Großbritannien außerhalb der Europäischen Union vorhersagen. Hinzu kommt die Unsicherheit, wie genau die Übergangszeit geregelt sein wird, wie die Grenze zwischen Nordirland und der Irischen Republik aussehen wird, usw.

Das blühende Brexit-Land, das die Vorreiter der Austritts-Kampagne angekündigt haben, ist schon jetzt als Illusion enttarnt. Viele gut qualifizierte EU-Bürger suchen ihr Glück lieber in einem anderen Land, in dem sie willkommen sind. Der Verlust des Pfundes macht das Königreich auch nicht attraktiver. Dazu kommt die Unsicherheit, was die Zukunft der City of London als Herz des EU-Finanzmarkts anbelangt.

Doch das alles ist für Investoren und Börsen weltweit relativ überschaubar im Vergleich zu den sich ständig ändernden Rahmenbedingungen, die durch US-Präsident Donald Trump entstehen.

Kaum ein Wirtschaftszweig ist ausgenommen von seiner Politik, die sich stark in Richtung Protektionismus bewegt und dennoch dauernd im Fluss ist. Die jüngst erklärten Strafzölle auf Stahl und Aluminium, die erst ausnahmslos gelten sollten, jetzt aber möglicherweise befristete oder gar dauerhafte Ausnahme für Alliierte zulassen könnten, sind ein Beispiel. Sprunghafte Panikverluste und rasch darauffolgende Gewinne bei den Aktienkursen gehören inzwischen schon zu den regelmäßigen Erscheinungen.

Doch auch für Anleger und Makler, die sich daran gewöhnt haben, Entscheidungen aus dem Weißen Haus erst einmal auszusitzen, ist es schwierig, vorauszusehen, welche Branchen als nächste betroffen sein werden.

Das gilt auch für Online-Casinos. Diverse Gesetzeswürfe zur Legalisierung und Regulierung von Online-Casinos, wie es in anderen Ländern bei entsprechend zugelassenen Anbietern der Fall ist, haben seit Jahren in Washington die Runde gemacht. Das Problem sind überwiegend die Besitzer der großen Spielpaläste, die die virtuelle Konkurrenz nicht wollen.

Zu den erklärten Gewinnern von Trumps Wirtschaftspolitik gehören zumindest im Moment die Banken. Sie sind die von ihnen ungeliebten, nach der weltweiten Krise 2008 eingeführten Regulierungen und Auflagen, die ein Wiederholen der auch durch das Kreditverhalten von Wall Street ausgelösten Rezession verhindern sollen, zumindest zum Teil los.

Die Verteidigungsbranche zählt ebenfalls zu den Gewinnern, mit 700 Milliarden US-Dollar fürs Militär im neuen Haushalt. Die stärkste Armee aller Zeiten ist das Ziel, mit Investitionen zu Land, zu Wasser und in der Luft.

Unwägbarkeiten dagegen sind die von Trump geforderte Neuverhandlung (oder Abschaffung) des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta, die Forderung an China, das Handelsdefizit um zig Milliarden zu reduzieren, potenzielle weitere Strafzölle, die die US-Wirtschaft nach Ansicht des Weißen Hauses vor unfairem Wettbewerb schützen sollen und mehr.

Momentan scheinen die Börsen eine Art Immunität gegen die dauernden Belastungen zu entwickeln. Doch ob es dabei bleibt oder der oft beschworene Crash als Trump-Effekt kommt, wird die Zeit zeigen. Analytiker sind damit schon seit geraumer Zeit überfragt.